No-Gos unter dem Weihnachtsbaum

Für viele Tierschutzvereine ist klar: Tiere sollten kein Geschenk zu Weihnachten sein. Weder als süßer Welpe noch als tierischer Anteil in einem Produkt. Diese drei Fakten sollte jede*r kennen, um beim Weihnachts-Shopping nicht daneben zu greifen.

1. Woll-Pulli aus Merino mit Po-Verstümmelung

Ich bin mehr als nur ein Woll-Lieferant!
Mehr als nur ein Woll-Lieferant! Foto: Sam Carter/Unsplash

Hält man einen Pullover aus Merino-Wolle in den Händen, kommt diese wahrscheinlich aus Australien. Das Land hat sich auf Merino spezialisiert, obwohl die Bedingungen äußerst ungünstig sind: es gibt große Probleme mit Fliegen, die den Schafen gern in die überlappenden Hautfalten am Po kriechen. Die einfachste “Lösung” des Problems ist das Mulesing, wobei den Tieren radikal das Hinterteil abgeschnitten wird. Trotzdem gilt Merino als eine besonders hochwertige Wolle, die sowohl in Modegeschäften als auch in Outdoor-Läden weit verbreitet ist. Das Besondere an Merinowolle ist, dass die Faser innen hohl ist und so nicht nur super wärmt, sondern auch viel schneller trocknet als andere Wollsorten.

Öko-Labels verwenden deshalb keine australische Wolle, sondern aus Europa, Neuseeland, Südamerika oder Südafrika. Wolle anderer Schafrassen sind auch frei vom sogenannten Mulesing. Ein empfehlenswertes Siegel, auf das man achten kann, ist das GOTS-Label, das Wolle ohne Mulesing garantiert und darüber hinaus weitere wichtige Umweltkriterien berücksichtigt.

Weitere Infos zum Thema Merino-Wolle:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/tiere-suchen-ein-zuhause/video-mulesing-grausamer-standard-in-der-australischen-wollproduktion-100.html

https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/nutztiere/schafe

https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/merinowolle/

2. Daunen-Jacke aus Lebendrupf

Ob Mantel, Schlafsack oder Bettdecke: Daunen sind nicht nur leicht und fluffig, sie halten einfach auch sehr gut warm. Leider ist mit dem Rupfen der Federn aus Gänsen und Enten oft ein schweres Tierleid verbunden. Entendaunen stammen nach Angaben des Deutschen Tierschuzbundes oft von getöteten Tieren aus Stopfleberfarmen. So unterstützt man ungewollt eine quälerische Praxis, die in Deutschland zurecht verboten ist. Gänse werden hingegen auch in Deutschland mit Einschränkungen noch lebend gerupft. 

Tierschutzvereine raten deshalb dazu, auf Produkte mit Daunen und Federn ganz zu verzichten. Es gibt aber auch Siegel, an denen Daunen aus Totrupf zu erkennen sind: Der Global Traceable Down Standard (TDS), der Responsible Down Standard (RDS) für Kleidung und der Downpass bei Bettdecken und Kissen. Mittlerweile gibt es auch Unternehmen, die Daunen aus alten Bettdecken wieder aufarbeiten und mit diesen Recycling-Daunen neue Mäntel oder Decken herstellen.

Lisa Maria Otte in der Arche Warder
Gänse haben ein Leben ohne Leid verdient. Foto: Frederik Otte

Kleidung mit GOTS-Siegel gibt es in Hamburg hier:

https://peppermynta.de/fair-fashion/fair-fashion-stores-in-hamburg-faire-mode/

https://hamburg.mitvergnuegen.com/2017/11-faire-mode-aus-hamburg/ 

3. Echter Pelz als billiger Ersatz für Kunstpelz 

Falle "Kunstpelz" - Billigpelz stammt häufig doch von Tieren.
Falle „Kunstpelz“ – Billigpelz stammt häufig doch von Tieren. Foto: Monica Nick/Unsplash

Seit einigen Jahren ist der Echtpelz zurück in den deutschen Kleiderschränken: als Kragen an Parkas oder Bommel an Mützen und Anhängern. Neben einigen teuren Marken findet sich echter Pelz aber auch an günstiger Kleidung. So billig, dass es nicht echt sein kann? Oh doch! Die schlimmen Bedingungen auf den Pelzfarmen und in der Weiterverarbeitung machen es möglich. Leider gibt es keine zuverlässige Kennzeichnung an der Kleidung. Bei Zweifeln erkennt man echten Pelz daran, dass die Haare sich leichter im Wind wiegen und an der Haarwurzel die Haut des Tieres zu sehen ist (Leder und nicht Textil). Wer genau wissen will, wie sehr Marderhunde, Kaninchen, Nerze, Hunde und Katzen für Pelz leiden, wird bei Peta fündig: https://www.peta.de/hintergrundwissen-pelz

Ansonsten reicht vielleicht der Hinweis: Einfach nicht kaufen.

Weitere Infos über Pelz:

https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/mode-und-tierschutz/pelz-industrie/die-wahrheit-ueber-pelz

https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/pelzprodukte/

https://www.dw.com/de/pelzmode-ein-auslaufmodell/a-55529908

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-02/tierschutz-pelz-fellkragen-mode-nerz-fuchs-fleischkonsum

Tierschutz unterstützen

Spenden und was Gutes tun: Es sind symbolische Geschenke mit großer Wirkung: Spenden für den Tierschutz. In Hamburg gibt es viele Initiativen und Vereine, die Unterstützung benötigen, etwa um Futter, Pflege, Unterbringung und Tierarztkosten für bedürftige Vierbeiner bezahlen zu können.

Hunde im Tierheim an der Süderstraße © Lisa Maria Otte
Hunde im Tierheim an der Süderstraße Foto: Lisa Maria Otte

Wie wäre es mit einer Tierpatenschaft im Tierheim Süderstraße zum Fest? Die kann man für Hunde, Katzen und Kaninchen, aber auch für Schildkröten abschließen. Und ganz exotisch: die Patenschaft für eine ausgewachsene Königspython oder den Axolotl Lars. Der Förderbetrag liegt bei 20 Euro pro Monat. Wer für die Arbeit des Franziskus-Tierheims oder die Initiative Gandolfs Taubenfreunde spendet, erhält als Geschenk zur Übergabe eine schön gestaltete Urkunde. Über den Spendenmarathon für Tiere haben die engagierten Igelretter*innen von Looki e.V. in Bergedorf ihre Futterwünsche aufgelistet. Und auch die Vereine Hamburger Stadttauben und die Tiertafel Hamburg, die in finanzielle Not geratene Tierhalter*innen mit Sachspenden zur Seite stehen, freuen sich über Ihre Unterstützung. Spenden sind klassisch per Überweisung möglich, viele Initiativen freuen sich aber auch über eine Gabe per Paypal.

Weitere Informationen zu Spenden an Hamburger Initiativen:

Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

Franziskus-Tierheim

Hamburger Stadttauben e. V.

Gandolfs Taubenfreunde

Wildtierstation Looki e.V.  mit Futter-Spendenmarathon

Tiertafel Hamburg e. V. 

Tierfreundliche Geschenke

Besser Schenken ohne Tierleid. Es gibt viele schöne und vor allem auch sinnvolle Dinge, über die sich Tierliebhaber*innen und auch die Tiere freuen. Natürlich gilt: Lokal einkaufen und wenn möglich auf langlebige, hochwertige Produkte setzen. Vielleicht kann es auch etwas Selbstgemachtes sein? Kreative stellen im Netz großartige Upcycling-Ideen zum Nachmachen bereit.

Insektenhotel zur Vorfreude auf den Frühling

Zeit und Einsatz schenken: Insekten-Hotel selbst bauen. Foto: Mika Baumeister/Unsplash

Der eigene Garten wird zum Tierparadies mit einem selbst gebauten Insektenhotel. Wer mag, verschenkt einen Gutschein inklusive Arbeitszeit und verbringt beim gemeinsamen Hämmern und Sägen auch ein paar schöne Stunden miteinander im Freien. Als kleines Mitbringsel eignen sich Blumensamenmischungen für Bienen und Schmetterlinge.  

Weitere schöne Geschenke sind Nistkästen, Futterhäuschen und hübsch gestaltete Meisenknödel, z.B. im Schneemanndesign. Die großen (und auch viele kleine) Umweltverbände bieten in ihren Shops geeignete Bausätze für Groß und Klein.

Insektenhotel bauen oder kaufen:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html

https://www.swr.de/insekten/insektenhotel-so-geht-es-richtig/-/id=22329452/did=23673714/nid=22329452/zxq469/index.html 

Häuser und Futterstationen für Vögel, Igel, Fledermäuse und Insekten: 

https://www.bundladen.de/Tierwelt/ 

https://www.nabu-shop.de/garten-und-tierwelt

Bastelanleitung für Hundespielzeug:

https://www.jugendtierschutz.de/tiere/tiere-zu-hause/hunde/#sockentier

Kulinarische Inspiration: Vegane Koch- und Backbücher

Vegane Spieße - lecker
Vegane Spieße – besonders lecker! Foto: Ella Olsson/Unsplash

Vegan ist öde? Von wegen! Inzwischen gibt es viele Koch- und Backbücher mit köstlichen Rezeptideen. Und wer eine*n Zweifler*in motivieren möchte, sich auch einmal rein pflanzlich zu ernähren, schenkt das gemeinsame Kochevent oder die Zutaten gleich mit, Candle-light-Dinner inklusive. Guten Appetit!

Koch- und Backbücher gibt es hier:

https://www.tierschutz-geniessen.de

https://www.peta.de/vegane-kochbuecher

https://proveg.com/de/ernaehrung/pflanzliche-alternativen/vegan-backen

Tierversuchsfreie Kosmetik

Seifen unverpackt und tierleidfrei. Foto: Aurelia Dubois/Unsplash

Die Auswahl an Naturkosmetik ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Nicht nur Spezialgeschäfte, Unverpacktläden und Biomärkte, auch Drogerien und Supermärkte haben inzwischen ein vielfältiges Angebot. Nachhaltige Kosmetik kommt ohne chemische Zusatzstoffe und Tierversuche aus. Handgefertigte Seifen sind ein schönes Geschenk zu Weihnachten, ebenso vegane Bodylotions. Aber natürlich kann man auch hier vielfach auf Eigenkreationen setzen.

Wie das geht? Einfach mit diesen Tutorials direkt ausprobieren:

https://www.peta.de/zero-waste-vegane-kosmetik-selbst-machen